Die Kameradschaft Feldmarschall Radetzky Oberösterreich stellt sich vor

  1. Vorbemerkungen
  • Die Kameradschaft Feldmarschall Radetzky Oberösterreich (KFMR OÖ) ist ein selbständiger Verein gemäß Vereinsgesetz seit 26.03.1996 und seit 18.04.2012 eine wehrpolitisch anerkannte Vereinigung gemäß Vereinserlass des BMLVS in der geltenden Fassung.
  • Als engagierter Kompaniekommandant (4/PzGrenB 13) und Regimentskommandant (ErsR 44) der Miliz, nunmehr außer Dienst, sah und sehe ich die Hauptaufgabe der KFMR OÖ als wehrpolitisch relevante Vereinigung darin, als zivile Vorfeldorganisationen früher, zur Zeit der Raumverteidigung, die Geistige Landesverteidigung im Rahmen der Umfassenden Landesverteidigung und heute die vernetzte Nationale, Europäische und Internationale Sicherheit zu stärken.
  • Hierzu bietet eine Kameradschaft wie die KFMR OÖ von militärisch interessierten Personen mit abgeleisteter Wehrpflicht, aber auch von an Militär- und Sicherheitsfragen interessierten nichtgedienten Personen, eine gute Gelegenheit, durch Pflege militärischer Traditionen im ideellen und im formalen Bereich. Dies insbesondere durch Pflege und Weitergabe der soldatischen Werte, um damit einen wirksamen Beitrag zur Stärkung des Ansehens nationaler und internationaler Streitkräfte zu leisten.
  1. Pflege soldatischer Werte und Traditionen
  • Die Person und das Wirken des bekanntesten und erfolgreichsten österreichischen Heerführers im 19. Jahrhundert, Feldmarschall Graf Josef W. RADETZKY von Radetz (1766-1858) als Namensgeber und Leitfigur der KFMR OÖ, bietet die Möglichkeit, die grundlegenden soldatischen Werte zu reflektieren und zu pflegen. Diese waren entscheidend für ihn als Armeekommandanten und seine 2. „italienische“ k. k. Armee, dass alle Aufgaben in Krieg und Frieden immer schlussendlich erfolgreich durchgeführt werden konnten.
  • Das bedeutet heute für die KFMR OÖ, sich unter anderem mit einschlägigen militärhistorischen Fragen kritisch auseinander zu setzen, um Lehren für die Gegenwart und Zukunft ziehen zu können, nunmehr im Bereich der Nationalen, Europäischen und Internationalen Sicherheit. Im Sinne einer Schwergewichtsbildung und der wehrpolitischen Weiterbildung leitet sich davon ab eine ständige militärhistorische und zeitgeschichtliche Forschung sowie Meinungsbildung. Nur so kann ein Korpsgeist bei der KFMR OÖ geweckt und gepflegt werden. Dazu zählen vor allem auch die Persönlichkeitsentwicklung durch Übernahme von Verantwortung und von Führungsaufgaben, beispielhaft vorgelebt durch den FM RADETZKY.
  • Zu den Führungsqualifikationen („leadership“) zählten schon damals effektive Öffentlichkeitsarbeit, um die eigenen Truppen zu motivieren und um Gegner abzuschrecken. Als wehrpolitisch relevante Vereinigung des ÖBH leitet sich daher für die KFMR OÖ das Selbstverständnis ab, als eine der Vorfeldorganisationen des ÖBH bewusst ein Gegengewicht zu der Beliebigkeit der modernen Konsum- und Selbstverwirklichungsgesellschaft zu bilden.
  • Als Nicht-Regierungs-Organisation hat nämlich die KFMR OÖ den großen Vorteil, nicht an einen Dienstweg und an Vorschriften gebunden zu sein. So laufen derzeit z. B. Überlegungen, im Rahmen der Plattform Wehrpflicht einen Wehrdienst NEU in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Rahmen eines verpflichtenden Europa-Dienstes für alle jungen Frauen (6 Monate) und Männer (12 Monate) zu thematisieren.
  1. Netzwerk FM Radetzky
  • Im Rahmen der Vortrags- und Publikationstätigkeit der KFMR OÖ sowie der Zusammenarbeit mit Fachleuten im In- und Ausland werden laufend derartige Kontakte gepflogen und im Rahmen der Netzwerkarbeit ausgebaut. Hier bietet der Status einer wehrpolitisch relevanten Vorfeldorganisation des ÖBH ein Mandat, das intensiv im Sinne der Wehrpolitik des ÖBH von der KFMR OÖ genutzt wird. Dadurch ergibt sich ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis für das ÖBH, das nach unserer Ansicht nach dem Vorbild der Schweiz und dem Raumverteidigungskonzept des ÖBH im Kalten Krieg in Gegenwart und Zukunft noch viel stärker genutzt werden könnte/sollte.
  • Durch gewisse Beharrlichkeit konnten Vorhaben wie z.B. Milizschießen der KFMR OÖ am Truppenübungsplatz Hochfilzen mit bis zu 160 in- und ausländischen Teilnehmern planmäßig durchgeführt werden.
  • Durch die jahrzehntelange Netzwerkarbeit bestehen sehr gute Kontakte zu zahlreichen anderen in- und ausländischen wehrpolitisch interessierten Personen und Organisationen. Anzumerken ist, dass es bisher nicht die geringsten sachlichen oder zwischenmenschlichen Probleme bei den zahlreichen wehrpolitisch relevanten Aktivitäten gegeben hat, sondern im Gegenteil immer eine vorbildliche kameradschaftliche Zusammenarbeit auf der Grundlage von offiziersmäßiger Treue und Glauben gegeben hat.
  1. Radetzky-Gedenkkultur
  • Seit 2013 (Kranzniederlegung am Völkerschlachtdenkmal Leipzig) wurde mit der Planung und Vorbereitung von diversen Aktivitäten begonnen, um anlässlich des 250. Geburtstages des Feldmarschalls 2016 ein würdiges Gedenken an den Namensgeber der KFMR OÖ durchzuführen. Am Freitag dem 30. September wurde die Radetzkyfeier am Heldenberg (NÖ) von der KFMR OÖ und dem Radetzky Orden NEU in Zusammenarbeit mit dem ÖBH (Kommandant der ausgerückten Truppen, Militärmusik und Militärgeistlichkeit durch MilKdo NÖ, Festredner HR Univ.-Doz. Dr. E. SCHMIDL von der Landesverteidigungsakademie Wien) gemäß Befehl des MilKdo NÖ vom 26.09.2016 GZ.S93551/96 durchgeführt.
  • Im Zuge der Kontaktpflege zu den tschechischen Radetzky-Organisationen wurde in Erfahrung gebracht, dass ein großes Radetzky-Symposion mit einer Gedenktafelenthüllung in Sedlcany, der Geburtsgemeinde des Feldmarschalls, vom 3.-5. November 2016 stattfindet. Bei der internationalen Veranstaltung war die KFMR OÖ mit drei Personen vertreten. Von Brigadier Prof. Dr. FASCHING wurde ein Vortrag über das Radeztky-Gedenken im Zuge des Geschichte-Tourismus gehalten, der unmittelbar ins Tschechische übersetzt wurde.
  • Höhepunkt des Radetzky-Gedenkjahres 2016 in Österreich war ein internationales mehrsprachiges Radetzky-Symposion am 7. November 2016 an der Landesverteidigungsakademie, bestens organisiert vom dortigen Institut für Strategie und Sicherheitspolitik. Von den Radetzky-Organisationen waren nur der Jahrgang Radetzky der Theresianischen Militärakademie, die BV-KFMR durch einen Delegierten sowie die KFMR OÖ vertreten.
  • Ausgesprochen wehrpolitisch interessant waren die Kontakte zu den beiden Militärhistorikern aus Modena und Parma, weil in diesen beiden ehemaligen habsburgisch regierten Fürstentümern der Feldmarschall RADETZKY und die österreichische Verwaltung bis heute positiv gesehen werden. Erstmalig erfolgte im Zuge des Radetzky-Gedenkjahres 2016 ein Zugang zu den italienischen Quellen, die bislang von der österreichischen (Militär-) Geschichtsschreibung kaum genutzt wurden. Beide Herren, Dr. Alberto MENZIANI und Dr. Mario ZANNONI, hielten viel beachtete Referate beim Radetzky-Symposion an der Landesverteidigungsakademie.
  • Für die praktische Arbeit an der KFMR OÖ als wehpolitisch relevante Vereinigung waren vor allem die Kontakte zu verschiedenen Stellen in der Tschechischen Republik in Prag, Sedlcany, Olmütz und Brünn in Hinblick auf weiterführende gemeinsame Projekte überaus wertvoll. Hierzu waren die Empfehlungen unseres ehemaligen Militärattachés in Prag, Brigadier i. R. Mag. Roland VOGEL (spricht perfekt tschechisch), sehr hilfreich. Bei den Radetzkyfeiern in Olmütz und Brünn sowie beim großen Marsch vom Wenzelsplatz zum alten Standort des Radetzky-Denkmals auf der Kleinseite und dem abschließenden Radetzky-Gedenken im Lapidarium des Nationalmuseums (Dort steht heute das imposante Radetzky-Denkmal) konnten wertvolle persönliche Kontakte zu den tschechischen Radetzky-Organisationen geknüpft werden.
Zusammenfassung

Abgeleitet aus dem Selbstverständnis der KFMR OÖ zählt, seit der Gründung als eigener Verein, eine aktive Wehrpolitik zur Hauptaufgabe des Vereins als eine der Vorfeldorganisationen des Österreichischen Bundesheeres.

Im Sinne einer Schwergewichtsbildung wird dabei, ausgehend von der Person und dem Wirken des bedeutendsten österreichischen Heerführers des 19. Jahrhundert FM RADETKY, dies durch diverse interne Vereinsaktivitäten (z. B. jährliches Internationales Milizschießen am Truppenübungsplatz Hochfilzen), durch eine intensive Netzwerkarbeit mit in- und ausländischen Fachleuten und Organisationen (z. B. Info-Veranstaltung im weltweit anerkannten Gebirgskampfzentrum des ÖBH zwecks Weiterbildung im Alpinwesen) sowie durch eine offensive Informationspolitik zur Vernetzten Nationalen, Europäischen und Internationalen Sicherheit (z. B. Mitwirkung bei der Plattform Wehrpflicht mit eigenständigen Beiträgen) laufend umgesetzt.

Die Pflege der Kameradschaft ist kein Hauptzweck, sondern nur ein selbstverständliches Mittel zur Aufrechterhaltung intakter zwischenmenschlicher Kontakte. Deshalb ist Harmonie und die immer friktionsfreie gemeinsame Durchführung von bzw. Mitwirkung bei wehrpolitisch relevanten Veranstaltungen ein Kennzeichen der KFMR OÖ.

Charakteristisch für die KFMR OÖ sind auch die internationale Zusammenarbeit mit Berufs- und Reserve-Soldaten sowie mit militärhistorisch und sicherheitspolitisch interessierten Personen. So können abseits der offiziellen Militärdiplomatie auf allen Ebenen des ÖBH persönliche Kontakte gepflogen und ausgebaut werden.

Der Obmann Kameradschaft FM Radetzky OÖ

Elmar ROSENAUER, Oberst a. D.