Der Feldmarschall Radetzky ist vor allem durch seine zahlreichen Schlachten …

… in insgesamt 12 Feldzügen schon zu Lebzeiten eine europäische Berühmtheit gewesen. In der Literatur wird nur von 17 Schlachten gesprochen, an denen er in verschiedenen Funktionen teilgenommen hat. Teilweise werden aber Gefechte mit Schlachten verwechselt (wie bei Duncker und bei Krones 1891), was eine korrekte Zusammenstellung schwierig macht. Für eine Radetzky-Erinnerungskultur sollen die 22 Schlachten in der richtigen Reihenfolge angeführt werden, die auf der Grabplatte vor dem Wandgrab von Feldmarschall Radetzky am Heldenberg angeführt sind. Zusätzlich wurden die Schlacht bei Hohenlinden 1800, Caldiero 1805 und Aspern 1809, an denen er ebenfalls – dokumentiert durch Auszeichnungen oder Beförderungen – teilgenommen hat, in diese Zusammenstellung aufgenommen.

Bild: Grabplatte des Wandgrabes von Feldmarschall Radetzky in der Gruft des Heldenberges Kleinwetzdorf Gemeinde Heldenberg, Niederösterreich.

  1. Schlacht von Belgrad 1788 (Serbien)
    war eine der vielen Schlachten im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg 1787-1792. In dieser Schlacht von christlichen Reichstruppen unter dem Kommando von Feldmarschall Franz Moritz Graf von Lacy gegen die osmanischen Streitkräfte erhielt Radetzky seine Feuertaufe als Kadett (Offiziersanwärter) im k. k. Kürassier-Regiment Nr. 2 Caramelli. In dieses Kavallerie-Regiment, friedensmäßig in Gengeß/Gyöngyös im Komitat Heves ca. 90 km ostwärts von Budapest garnisoniert, war Radetzky 1784 eingetreten.
  2. Schlacht von Belgrad 1789 (Serbien)
    war die Belagerung und Einnahme der osmanischen Festungen Belgrad/Beograd und Semendria/Smenderovo am 8. Oktober durch ein kroatisch-slowenisches Heer der Habsburger unter Feldmarschall Gideon von Laudon. Dieser wurde nach diesem erfolgreichen Feldzug im 8. österreichischen Türkenkrieg zum Generalissimus befördert. An dieser Schlacht nahm Radetzky als Adjutant von Laudon teil und erhielt erste Stabserfahrungen durch diesen erfahrenen und schneidigen Feldherrn.
  3. Schlacht von Voltri 1796
    fand in einem Vorort von Genua/Genova (Italien) im Zuge des Italienfeldzuges 1796/97 als Teil des Ersten Koalitionskrieges (Revolutionskrieg) zwischen den verbündeten Habsburgischen und Sardisch-Piemontesischen Streitkräften gegen die angreifenden französischen Revolutionstruppen der Italienarmee unter dem erst 27jährigen General Napoleon Bonaparte statt. Der Hauptmann Radetzky war bei dieser Schlacht Adjutant des habsburgischen aus den Österreichischen Vorlanden (heute Belgien) stammenden Feldzeugmeisters Jean-Pierre Freiherr von Beaulien und wurde aufgrund seiner vorzüglichen Leistung in dieser Schlacht zum Major befördert.
  4. Schlacht an der Trebia 1799 (richtig: Trebbia)
    in der Emila-Romagna (Italien). Dort fand am 18. Juni 1799 die vorletzte Schlacht im Verlauf des Zweiten Koalitionskrieges zwischen einer Allianz von Habsburgern und Russen unter dem Oberkommando von Feldmarschall Alexander W. Graf Suworow gegen französische und italienische Truppen der Cisalpinischen Republik von Napoleons Gnaden statt. Die Republikaner konnten vernichtend geschlagen werden und Oberitalien kam wieder an das Haus Habsburg-Lothringen. Der Oberstleutnant Radetzky war auch hier eingesetzt.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Trebbia_(1799)
  5. Schlacht bei Novi 1799 (richtig Novi Ligure)
    in Ligurien (Italien). Mit dem Sieg in dieser Entscheidungsschlacht am 15. (nach anderen Quellen 25.) August 1799 konnte der Zweite Koalitionskrieg von der Allianz (Großbritannien, Kirchenstaat, Neapel, Osmanisches Reich, Österreich, Portugal, Russland) in Italien gewonnen werden. Der Oberstleutnant Radetzky zeichnete sich in dieser Schlacht aus und wurde zum Oberst befördert.
  6. Schlacht von Genola 1799
    in Oberitalien war eine Schlacht im Zweiten Koalitionskrieg einer Allianz von Großbritannien, Kirchenstaat, Neapel, Osmanisches Reich, Österreich, Portugal und Russland gegen französisch-italienische republikanische Truppen der Italienarmee unter dem General Napoleon.
  7. Schlacht von Brassi 1800
    in Oberitalien war eine Schlacht im Zweiten Koalitionskrieg der Allianz von Großbritannien, Habsburger-Monarchie, Russland, Osmanisches Reich, Portugal, Neapel und Kirchenstaat gegen französisch-italienische Truppen der Italienarmee. Aufgrund der Rückkehr Russlands zur bewaffneten Neutralität im Jahr 1800 und der britischen Konzentration auf das Engagement im Orient verblieb die Habsburger-Monarchie als einziger Gegner der Republik Frankreich auf dem europäischen Festland.
  8. Schlacht von Hohenlinden 1800
    in Bayern (Deutschland) war eine Schlacht am 3. Dezember im Zweiten Koalitionskrieg einer Allianz des Hauses Habsburg-Lothringen und des Kurfürstentums Bayern unter dem Oberbefehl des erst 18jährigen und unerfahrenen Erzherzog Johann gegen französische Truppen der Rheinarmee unter dem erfahrenen General Jean-Victor Moreau. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit wurden die Österreicher und Bayern vernichtend geschlagen und zogen sich fluchtartig auf Österreich zurück. Persönlich zeichnete sich Radetzky in dieser Schlacht aus.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Hohenlinden
  9. Schlacht bei Caldiero 1805
    fand zwischen dem 29. und 31. Oktober zwischen der französischen Italienarmee unter Marschall André Masséna und einer österreichischen Armee unter dem Kommando von Erzherzog Karl von Österreich-Teschen bei Caldiero (15 Kilometer ostwärts von Verona) während des Dritten Koalitionskriegs statt. Den Österreichern gelang es mit Mühe, den Angriff der Franzosen abzuwehren. Der Ausgang wird unterschiedlich bewertet, weil sich nicht nur die Franzosen vom Schlachtfeld zurückzogen, sondern auch die Österreicher begannen, sich nach der Schlacht in Folge der Niederlage der Hauptarmee bei Ulm aus Italien zurückzuziehen. Daher wird der Sieg einerseits von den Franzosen reklamiert, während anderseits ein Abwehrsieg der Österreicher gesehen wird. Zu Beginn des Feldzugs von 1805 war Radetzky als Generalmajor nach Italien versetzt worden. Für seine Leistungen in diesem Feldzug als Kommandant des 3. Kürassier-Regiments wurde ihm das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresia-Ordens verliehen.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Caldiero
  10. Schlacht bei Ebelsberg 1809 (richtig Gefecht bei Ebelsberg)
    ostwärts von Linz (Oberösterreich). Die Schlacht entwickelte sich am 3. Mai 1809 während des Rückzuges der österreichischen Truppen und war Teil des Fünften Koalitionskrieges. Im Vorfeld des Kampfes versuchte sich die österreichische Armeegruppe Hiller vor den verfolgenden Franzosen unter Marschall André Masséna südlich Linz über die Traunbrücke in Richtung auf Enns sich abzusetzen. Die Franzosen konnten die Österreicher aber an der Traun einholen und es entwickelte sich ein verlustreicher Kampf um die Brücke und um Ebelsberg. Während des Gefechts verbrannten etwa 1000 Soldaten in der Gluthölle des in Brand gesetzten Ortes. Der Generalmajor Radetzky war bei diesem Gefecht als Kommandant eingesetzt. Für die Truppen von Kaiser Napoleon I. machte der errungene Sieg den Vormarschweg nach Wien frei.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Ebelsberg
  11. Schlacht bei Aspern 1809 (Marchfeld nördlich von Wien)
    war die erste Niederlage des Kaisers der Franzosen Napoleon I. in einer Feldschlacht am 21. und 22. Mai bei den Dörfern Aspern und Essling im Rahmen des Fünften Koalitionskrieges. Es gelang den Franzosen verstärkt durch Rheinbund-Kontingente nicht, von der Insel Lobau die Hochwasser führenden Donauarme rechtzeitig mit überlegen Kräften zu überwinden. Sie verfügten nämlich bei ihren hochbeweglichen Streitkräften über kein Kriegsbrückengerät und mussten daher bei Flussübergängen immer improvisieren. Außerdem gelang es den österreichischen Pionieren unter Hauptmann Friedrich von Magdeburg (1781–1810) die französischen Kriegsbrücken durch Branderflöße mehrmals zu zerstören. Die dichtgedrängten Gegner auf der Insel boten außerdem ein lohnendes Ziel für die überlegene österreichische Artillerie. Trotz erbitterter Kämpfe um die beiden Dörfer konnte Napoleon keinen Durchbruch erzielen. Er musste daher am zweiten Tag die Schlacht abbrechen und die erschöpften Truppen auf das südliche Donauufer zurücknehmen. Der Nimbus seiner Unbesiegbarkeit war damit gebrochen. Auch bei dieser Schlacht zeichnete sich Radetzky aus und wurde zum Feldmarschallleutnant befördert.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Aspern
  12. Schlacht bei Wagram 1809 (richtig Deutsch-Wagram)
    im Marchfeld im Nordosten von Wien (Niederösterreich). Der Abwehrerfolg in der Schlacht von Aspern am 18. Mai konnte wegen Erschöpfung der österreichischen Truppen und Munitionsmangel nicht genutzt werden. So konnten die Franzosen unter Kaiser Napoleon I. und die mit ihnen verbündeten Sachsen, Bayern und Italiener (157 500 Mann) ungehindert den Aufmarsch und die Brückenschläge über die Donau ostwärts von Wien durchführen. In der Schlacht bei Deutsch-Wagram am 5. und 6. Juli 1809 besiegten sie in dieser bis dahin größten Schlacht der Napoleonischen Kriege die österreichische Armee (136 200 Mann) unter Erzherzog Karl von Österreich-Teschen. Dabei spielte die Artillerie eine entscheidende Rolle, was sich in den hohen Verlusten (über 50.000 Tote und Verwundete) widerspiegelte. Der Feldmarschallleutnant Radetzky war dabei als Befehlshaber der Vorhut eingesetzt. Mit dieser Entscheidungsschlacht und dem Waffenstillstand nach der folgenden unentschiedenen Schlacht von Znaim am 11. und 12. Juli war der Fünfte Koalitionskrieg für Österreich verloren. Im Frieden von Schönbrunn musste Österreich auf Tirol und Salzburg, die Krain, Triest, Görz, Villach und Dalmatien sowie auf Westgalizien und Krakau verzichten. In diesem Jahr wurde Feldmarschallleutnant Radetzky zum Chef des Generalquartiermeisterstabes (entspricht dem späteren Generalstabschef) ernannt, sah sich jedoch aufgrund der restriktiven französischen Vorgaben und mangels finanzieller Ressourcen dazu genötigt, seine ehrgeizigen Reformvorhaben des österreichischen Heeres aufzugeben.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Wagram sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Znaim
  13. Schlacht um Dresden 1813 (Sachsen, Deutschland)
    Diese Schlacht fand am 26. und 27. August 1813 zwischen verteitigenden französischen und sächsischen Truppen unter Kaiser Napoleon I. und dem angreifenden Hauptheer der verbündeten Armeen Österreichs, Preußens und Russlands unter Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg statt. Dies auf Drängen des russischen Zaren und entgegen des von Radetzky ausgearbeiteten Trachenberg-Kriegsplanes. Da die Nachschub- und Rückzugslinien der „Böhmischen Armee“ durch das 1. französische Armeekorps unter General Dominique Joseph Vandamme bedroht waren, wurde die Schlacht von den Alliierten abgebrochen und der Rückzug nach Böhmen angetreten. Der Feldmarschallleutnant Radetzky war bei dieser Schlacht als Chef des Generalquartiermeisterstabes eingesetzt. Napoleon errang hier einen seiner letzten Siege auf deutschem Boden.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_um_Dresden
  14. Schlacht bei Kulm 1813 (Nordwestböhmen, Tschechische Republik)
    Diese Schlacht fand im Rahmen der Befreiungskriege gegen Kaiser Napoleon I. am 29. und 30. August 1813 bei den Dörfern Kulm/Chlumec u Chabařovic, Priesten/Přestanov und Nollendorf/Nakléřov in der Nähe von Teplitz/Teplice und Aussig/Ústí nad Labem im Bereich des Teplitzer Becken statt, um den militärstrategisch wichtigen Nollendorfer Pass über das Erzgebirge nach Sachsen zu gewinnen bzw. zu sperren. Nach schweren Rückzugsgefechten stellten sich die Russen am 29. August unter dem Befehl des Generals Ostermann-Tolstoi dem angreifenden 1. französischen Armeekorps unter General Dominique Joseph Vandamme entgegen. Unter schweren Verlusten hielten die russischen Linien- und Gardetruppen der Übermacht der Angreifer stand. Als am nächsten Tag die Schlacht erneut entbrannte, standen den Franzosen auch österreichische Truppenteile unter Fürst Schwarzenberg (sein Chef des Stabes war Feldmarschallleutnant Radetzky) gegenüber. Doch erst der für die Franzosen unerwartete Angriff des II. preußischen Armeekorps des Generals von Kleist von der Nollendorfer Höhe herab in den Rücken der Franzosen entschied die Schlacht, wobei die Franzosen Verluste von über 10.000 Mann erlitten. Der General Vandamme geriet in Gefangenschaft. Damit war auch der Plan von Kaiser Napoleon I., die Alliierten einzukesseln und zu vernichten, gescheitert.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Kulm
  15. Völkerschlacht bei Leipzig 1813 in Sachsen (Deutschland)
    war die Entscheidungsschlacht vom 16. bis 19. Oktober in den Befreiungskriegen gegen die Fremdherrschaft des Kaisers der Franzosen Napoleon I. in Europa. Grundlage für die erfolgreiche alliierte Operationsführung beim Herbstfeldzug 1813 der Verbündeten (Österreich, Russland, Preußen, Schweden, Großbritannien) gegen die Franzosen und Rheinbundstaaten unter dem Oberkommando des Kaisers war der Trachenberg-Kriegsplan, ausgearbeitet vom Chef des Generalquartiermeisterstabes Feldmarschallleutnant Radetzky. Mit bis zu 600.000 beteiligten Soldaten aus über einem Dutzend Ländern und rund 92.000 Toten und Verwundeten war dieser Kampf bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die größte Schlacht der Weltgeschichte. Die zahlenmäßig und technisch überlegenen verbündeten Heere siegten schlussendlich und zwangen Napoleon, sich mit der verbliebenen Restarmee und ohne Verbündete aus Deutschland zurückzuziehen.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerschlacht_bei_Leipzig
  16. Schlacht bei Brienne 1814 in Elsass-Lothringen/Alsace-Lorraine (Frankreich)
    Diese Schlacht in der Ebene nahe dem Dorf Brienne-le-Chateau fand am 29. Jänner statt. Um den Franzosen keine Gelegenheit zu geben wieder aufzurüsten, verfolgten die verbündeten Österreicher, Russen und Preußen im Rahmen des Winterfeldzuges 1813 (angeregt und geplant von Feldmarschall Radetzky) die in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagenen französischen Truppen unter Kaiser Napoleon I. Die alliierten Truppen der Schlesischen Armee (Russen und Preußen) unter Feldmarschall Gebhard von Blücher wurden zunächst geschlagen und mussten sich zurückziehen. Nach Eintreffen von Verstärkungen und der gewonnenen Folgeschlacht bei La Rothière am 1. Februar 1814 wurde der Vormarsch auf Paris planmäßig fortgesetzt.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Brienne sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_La_Rothière
  17. Schlacht von St. Lutcia 1848 (richtig Santa Lucia)
    in der Nähe von Custozza in der Gemeinde Sommacampagna (Region Venetien/Veneto, Italien). Im Rahmen der Italienischen Unabhängigkeitskriegen versuchten die sardisch-piemontesischen Truppen unter König Karl Albert am 6. Mai 1848 die westliche Festungsfront von Verona durch einen Angriff auf die gut ausgebaute Rideau-Stellung von Santa Lucia bis Chievo zu durchbrechen. Sie wurden aber durch die zahlenmäßig nur halb so starken österreichischen Streitkräfte unter  dem Oberbefehl von Feldmarschall Radetzky abgewiesen. Auf österreichischer Seite trug des II. Korps unter Feldmarschallleutnant Konstantin d´Aspre die Hauptlast der Abwehr. Dieser erste Sieg gegen eine starke Übermacht in diesem Feldzug gab der österreichischen Italien-Armee wieder großes Selbstvertrauen. Der militärische Erfolg konnte aber wegen der unübersichtlichen Lage und wegen fehlender Reserven nicht unmittelbar von den österreichischen Streitkräften für eine Verfolgung genutzt werden. In dieser Schlacht erhielt der spätere Kaiser von Österreich bzw. später von Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Joseph, als Beobachter seine Feuertaufe.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Santa_Lucia
  18. Schlacht von Curtatone 1848
    Im Ersten italienischen Unabhängigkeitskrieg waren am 29. Mai 1848 die Dörfer Curtatone und Montanara (etwa 6 km westlich von Mantua/Mantova, Lombardei, Italien) Schauplatz einer Schlacht zwischen Truppen des Kaisertums Österreich unter dem Befehl von Feldmarschall Radetzky und den weit unterlegenen Truppen des Großherzogtums Toskana und des Königreichs beider Sizilien, verstärkt durch Freiwilligenverbände aus Neapel und der Toskana, die sich insbesondere aus rund 5000 Studenten, Dozenten und Professoren verschiedener toskanischer Universitäten zusammensetzten. Die Schlacht endete mit einem österreichischen Sieg, verhalf aber den verbündeten sardisch-piemontesischen Truppen sich neu zu organisieren und die Österreicher am Tag darauf am 30. Mai bei Goito zu schlagen. Infolge des italienischen Sieges und wegen Hunger musste die österreichische Besatzung der Festung Peschiera kapitulieren. König Karl Albert I. von Sardinien-Piemont wurde spontan zum „König von Italien“ ausgerufen. Radetzky zog sich mit noch etwa 40.000 Mann auf die Festung Verona zurück.
  19. Schlacht von Vincenza 1848
    Kurz nach der von den Österreichern verlorenen Schlacht von Goito am 30. Mai 1848 wendete sich die politische Lage und das Kriegsglück vollständig. In Frankreich und in Österreich konnten die Revolutionen blutig unterdrückt werden. Feldmarschall Radetzky war vorrangig darum bemüht, zunächst die unmittelbar drohende Gefahren in dem Hinterland des Festungs-Vierecks zu beseitigen und in weiterer Folge die Verbindungswege durch Venetien zum Isonzo wieder für den Nachschub und Verstärkungen aus Innerösterreich und Südosteuropa zu öffnen. Am 9. Juni marschierte daher das Gros des kaiserlichen Heeres unter Feldmarschallleutnant d’Aspre – unbemerkt von den Sardisch-piemontesischen Truppen unter dem italienischen König Karl Albert – nach Vicenza, brachte dort am 10. Juni die päpstlichen Truppen zur Kapitulation und war am 11. Juni wieder in Verona zurück. Mit dieser waghalsigen, aber erfolgreichen Aktion war jetzt auch der Weg für weitere Reserven wieder frei. Der Papst in Rom sah seine durch die Revolution ebenfalls bedrohte Position durch die Rückendeckung Frankreichs wieder verbessert und ordnete den Rückzug seiner Truppen an. Auch der durch interne Revolten selbst bedrohte König Ferdinand II. beider Sizilien beorderte seine Truppen aus Norditalien zurück. Der unentschlossene König Karl Albert ließ darauf anderthalb Monate fast tatenlos vergehen, die aber Radetzky Zeit für die Vorbereitung der Operationen zur Wiederherstellung der alten Ordnung gab.
  20. Schlacht von Soma Campagna 1848  (richtig Sommacampaga, Region Venetien/Veneto, Italien)
    war eine durch die Österreicher offensiv geführte Doppelschlacht im Rahmen der Operationen zur Wiederherstellung der alten Ordnung in Oberitalien. Die Überdehnung der feindlichen Front nutzte Feldmarschall Radetzky, um die Sardisch-piemontesischen Truppen unter König Karl Albert im Mittelabschnitt konzentriert anzugreifen. Am 23. Juli konnte das österreichische II. Korps unter Feldmarschallleutnant Konstantin d’Aspre die Höhen von Sommacampagna nehmen und die Division des Feldmarschallleutnants Maximilian Alexander Freiherr von Wimpffen überrannte die feindlichen Stellungen bei Sona. Die Brigade Clam-Gallas des I. Korps konnte das Höhengelände von Custozza zunächst kampflos besetzen. Radetzky ließ vorsorglich die Mincio-Übergänge verstärken, um eine Bedrohung im Rücken auszuschalten. Am 24. Juli wurde der Angriff der österreichische Brigade Simbschen auf die Höhen von Sommacampagna abgewiesen, wodurch auch die Höhen von Custozza wieder verloren gingen. Radetzky musste seinen Plan eines Angriffes über den Mincio ändern, um einen feindlichen Durchbruch bei Custozza zu verhindern.
    Vergleiche auch das Kapitel Schlachten bei Sona und Sommacampagna am 23. und 24. Juli 1848 in https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Custozza_(1848)
  21. Schlacht bei Custoza 1848 (richtig Custozza in Venetien/Veneto, Italien)
    Die erste Schlacht von Custozza wurde am 25. Juli 1848 während des Ersten italienischen Unabhängigkeitskrieges zwischen dem Heer des Königreichs Sardinien-Piemont und der Zweiten Armee des Kaisertums Österreich ausgetragen. Das sardisch-piemontesische Heer unter dem Oberbefehl des Königs von Italien Karl Albert stieß auf die drei Korps der österreichischen Südarmee (auch Italienischen Armee genannt) unter Feldmarschall Radetzky. Dieser hatte bereits am Vortag erkannt, dass starke feindliche Kräfte über Villafranca für einen Angriff auf die Höhen von Sommacampagna bereitgestellt waren. Er befahl daher dem II. Korps unter d‘Aspre, diesen Angriff mit ganzer Kraft abzuwehren. Das I. Korps unter Feldmarschallleutnant Eugen Wratislaw Graf Mitrowitz-Nettolitzky sollte sich mit seiner Division Schwarzenberg und der Brigade Wohlgemuth bei Custozza verteidigen. In der Tiefe verblieb das I. Reserve-Korps unter Feldmarschallleutnant Gustav von Wocher zu Oberlochau und Hausen als Armeereserve abrufbar und deckte gleichzeitig den Rücken des Angriffes. Die Höhen von Sommacampagna konnten nach fünfmaligen Ansturm wiedererobert und die Italiener auf Villafranca zurückgeworfen werden. Ein sardisch-piemontesischer Gegenangriff auf Valeggio blieb erfolglos. Die angreifende Brigade Aosta wurde dabei alleine durch österreichisches Artilleriefeuer abgewiesen. Nach diesem glänzenden Erfolg der Österreicher mussten die Italiener den Rückzug antreten. Aus Anlass des Sieges von Custozza komponierte Johann Strauß den Radetzkymarsch.
    Vergleiche auch https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Custozza_(1848)
  22. Schlacht bei Volta 1848 (Venetien/Veneto, Italien)
    Nach der Niederlage bei Custozza am 25. Juli 1848 musste der König von Italien Karl Albert den Rückzug seiner Truppen auf das westliche Mincioufer anordnen. Am 26. Juli konzentrierte sich die Masse des sardisch-piemontesischen Heeres mit verbleibenden 30 000 Mann und 109 Geschützen bei Goito. Verfolgt wurden die Italiener vom I. Korps unter Feldmarschallleutnant Wratislaw (Mincino-Übergang bei Monzambano) und vom II. Korps unter Feldmarschallleutnant d´Aspre (Mincino-Übergang bei Valeggio). Am Abend versuchte das frische italienische Korps unter General de Sonnaz, das am Nordflügel untätig eingesetzt war, das Blatt in der Schlacht bei Volta zu wenden. Die Gegenoffensive von der Höhen bei Cavriana brachte zwar anfängliche Erfolge gegenüber der österreichischen Division Wimpffen. Die Fortsetzung des Angriffes durch eine frische Brigade am 27. Juli morgens wurde durch Anmarsch des restlichen österreichischen II. Korps zunichte gemacht und erzwangen den teilweise panikartigen Rückzug der Italiener.
    Vergleiche auch das Kapitel „Das Nachspiel bei Volta am 26. und 27. Juli“ in  https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Custozza_(1848)
  23. Schlacht von Mayland 1848 (richtig Mailand/Milano)
    der alten Hauptstadt der Lombardei (Italien) war eigentlich keine Schlacht im herkömmlichen Sinn. Auch gab es keine nennenswerte Zahl von Toten und Verwundeten bei dieser Schlacht. In der Zusammenstellung der Schlachten von Feldmarschall Radetzky ist sie deshalb angeführt, weil von diesem Kultur- und Wirtschaftszentrum die Agitation und Revolution gegen die österreichische Herrschaft in Oberitalien ausging und nur durch das militärische Geschick von Feldmarschall Radetzky und die Kampfkraft der von ihm befehligten 2. Armee die alte monarchistisch-dynastische Ordnung wiederhergestellt werden konnte.

    Die Märzrevolution 1848 richtete sich in Norditalien nicht nur gegen die Restauration des Absolutismus, sondern es ging auch um die nationale Selbstbestimmung. So versuchten etliche Städte, darunter Mailand und Venedig, aber auch einige selbstbewussten Gebiete wie das Cadore, die österreichische Herrschaft abzuschütteln. In Mailand nahm der Volksaufstand für fünf Tage vom 18. bis 22. März 1848 solche gewalttätigen Formen an, dass sich der Generalkommandant der österreichischen Armee im Lombardo-Venezianischen Königreich Feldmarschall Graf Radetzky entschloss, die Stadt zu räumen. Einerseits um unnötiges Blutvergießen bei der Zivilbevölkerung zu vermeiden und anderseits um seine Soldaten, die für so eine Kampfart nicht ausgebildet waren, zu schonen. Radetzky heute als „Schlächter von Mailand“ zu denunzieren, ist daher historisch falsch. Die Truppen des österreichischen I. Korps unter Feldmarschallleutnant Wratislaw zogen aus allen Friedensgarnisonen in der Lombardei ab und gingen auf das Festungsviereck Mantua-Peschiera del Garda-Verona-Legnago zurück, um dort Verstärkungen abzuwarten. Dank dieses militärstrategisch sehr wichtigen und sehr gut ausgebauten Festungsvierecks konnten die Österreicher weiterhin ganz Norditalien kontrollieren und zugleich die durch das Etschtal laufenden Verbindungen nach Norden sichern. Von diesem Festungsviereck aus erfolgte auch die Gegenoffensive zur Rückeroberung des Lombardo-Venezianischen Königreichs. Mit der Entscheidungsschlacht von Custozza am 25. Juli 1848 konnten die sardisch-piemontesischen Truppen zum Rückzug gezwungen werden. Am 6. August rückte das österreichische II. Korps kampflos in das geräumte Mailand wieder ein. Gemäß dem Waffenstillstand vom 8. August 1848 mussten sich die italienischen Truppen hinter den Tessin zurückziehen, wodurch Österreich seine Herrschaft in Norditalien wiederherstellen konnte.

  24. Schlacht bei Mortara 1849 (Provinz Pavia, Region Lombardei, Italien)
    Diese Schlacht am 21. März war der erste Zusammenprall im nur fünf Tage dauernden Feldzug 1849 zwischen den zahlenmäßig überlegenen sardisch-piemontesischen Streitkräften unter dem Oberkommando des Generals  Chrzanowski und der österreichischen 2. Armee unter Feldmarschall Radetzky. Im Herbst 1848 war es in Ungarn als auch in Österreich wieder zu inneren Unruhen gekommen. Im Dezember musste daher Kaiser Ferdinand I. zugunsten seines Neffen Franz Joseph I. abdanken. Daraufhin machte der italienische König Karl Albert von Savoyen im März 1849 einen erneuten Versuch, Österreich aus Norditalien zu verdrängen. Da er den eigenen Generalen nicht mehr voll vertraute, wurde der polnisch-russische Militärtheoretiker und General Wojciech Chrzanowski mit der Reorganisation der Armee und dem Oberbefehl über die 97.500 Mann starken sardisch-piemontesischen Streitkräfte betraut. Obwohl ihm der fähige General Alexander Graf La Marmora als Chef des Stabes zur Seite gestellt wurde, war Chrzanowski, der kein Italienisch sprach, ein schwerer Fehlgriff, da er weder das Gelände, noch seine Unterführer und die Kampfweise der Österreicher kannte. Feldmarschall Radetzky konnte ihm zwar nur 73.400 Mann entgegenstellen, war ihm aber operativ und taktisch sowie führungsmäßig weit überlegen. Am 20. März überschritten die Österreicher den Tessin/Ticino und rückten dem Feind nach Vigevano entgegen. Nachdem die Italiener bei Sforzesca einen Abwehrerfolg erzielt hatten, gewann Radetzky am 21. März die Schlacht bei Mortara.
  25. Schlacht bei Novara 1849 (Lombardei, Italien)
    Am 23. März 1849 standen 45.000 Mann der österreichischen Italienarmee unter Feldmarschall Radetzky etwa 54.000 Sarden und Piemontesen unter dem Oberkommando von General Wojciech Chrzanowski in der entscheidenden Schlacht bei Novara, zwischen Mailand und Turin gelegen, gegenüber. Die Österreicher konnten die Italiener nach schweren Gefechten und wegen vieler sardisch-piemontesischen Führungsfehler zum Rückzug zwingen und damit den Fünf-Tage-Feldzug für sich entscheiden. Der gedemütigte König Karl Albert dankte am Abend noch zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab, der am 24. März dem Waffenstillstand von Vignale zustimmen und am 26. März persönlich unterzeichnen musste. Die Bedingungen waren aber recht milde, weil Radetzky weitere Volksaufstände verhindern wollte. Am 28. März verließ Radetzky mit dem I. Korps das Schlachtfeld und zog am 29. März in Triumph wieder in Mailand ein. Damit war bis 1859 der innere Friede im Lombardo-Venezianischen Königreich wiederhergestellt.
    Vergleiche hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Novara_(1849)